Ein Gedanke aus dem dritten Buch:


«Betrachten wir das folgende Phänomen: Es besteht die Auffassung, dass es möglich sei, Wissen zu erhalten bzw. weiterzugeben.

Dies ist in mehrfacher Hinsicht ein wirklich grosser Irrtum.

Was heute als Wissen bezeichnet wird, ist oft nicht Wissen, sondern lediglich Information. Die Begriffe ‘Wissen’ und ‘Information’ und deren Inhalte werden je nach Bereich heutzutage verwechselt bzw. als Synonyme behandelt. Wenn Informationen jedoch als Wissen bezeichnet werden, muss beachtet werden, dass es sich bei Informationen um subjektives Wissen, also nicht wahres Wissen handelt. Wahres Wissen ist immer objektiv. Im wissenschaftlichen Sinne bedeutet objektives Wissen unabhängig von einem Subjekt bzw. Menschen existierendes Wissen, im philosophischen Sinne ist es etwas Ewiges bzw. Unvergängliches und im religiösen Sinne etwas Göttliches.

Wenden wir uns nun der Möglichkeit der Wissensgewinnung zu:

Informationen können sowohl erhalten und empfangen als auch übertragen und gesendet werden. Mit Wissen verhält es sich ganz anders und Informationen können uns manchmal den Weg dahin ebnen. Wenn wir mit der Welt interagieren, z.B. ein Buch lesen, jemandem zuhören etc. und auf diese Weise die ein oder andere Information aufnehmen und dadurch in eine Wechselwirkung treten mit Gedanken und Gefühlen, die in der jeweiligen Information enthalten sind, können wir durchaus in einen Seelenzustand gelangen, in dem dieses oder jenes Wissen in uns wie auflebt bzw. aufflammt. In solch einem Augenblick spiegelt sich die geistige Welt als Wissen in mir in Form eines bestimmten Inhalts, den ich so klar erkenne, als hätte ich eben die Augen geöffnet, und keinerlei Zweifel mehr hege über den Wahrheitsgehalt dieses Wissens. Dies vollzieht sich in völliger Einheit mit unserem göttlichen Ursprung, mit unserer göttlichen Seele.

Das so gewonnene Wissen ist insofern immer objektiv, da es durch mich in die Welt kommt, aber weder mir gehört noch von mir geschaffen wurde. Der hier beschriebene Vorgang entspricht dem Zugang, der freigelegt und immer vorhanden sein muss, um zu wahrem Wissen zu gelangen. Dieser Prozess kann auch ohne auslösende Information stattfinden, wichtiger sind die dahinterliegende Wahrnehmung und der Zustand, in dem ich mich befinde. Dieser sogenannte Zustand der inneren Aufgelöstheit wird eingehend in meinem fünften Buch «HANDBUCH für spirituelle Rückführungen in Vorleben» erläutert.

Auf jeden Fall muss ich mich zunächst immer fragen: Verfüge ich über eine Information oder habe ich Zugang zu einem Wissen?

Im Folgenden geht es um die Möglichkeit der Wissensweitergabe:

Der allenthalben verbreitete Glaube, dass die Vermittlung von Wissen Hauptziel und -aufgabe im Bereich Bildung der Institution Schule und ihrer Lehrer sei, ist ein schlichter Irrtum, eine reine Utopie bzw. ein folgenschweres Missverständnis. Diese Sichtweise entspricht einer Abweichung von der Realität, denn die Aufgabe des Lehrers ist nicht im eigentlichen Sinn die Vermittlung von Wissen an die Schüler, sondern seine Aufgabe besteht darin, bei ihnen das Wissen zu wecken und ihnen dabei zu helfen, den Weg, den Zugang zum Wissen zu finden. Man kann sich selbst oder eine andere Person mit allen möglichen Informationen füllen - und genau das macht die Schule zum Leidwesen der Schüler -, aber dennoch völlig ohne Wissen bleiben. Diese gängige Praxis degradiert die Schüler als menschliche Wesen zur Funktionsweise von Maschinen. Es ist nicht anders als bei einem Computer, der auch viele Informationen enthalten und so programmiert werden kann, dass er diese Informationen auf eine bestimmte Art und Weise verarbeitet, aber am Ende werden diese Informationen lediglich Informationen bleiben und niemals zu einem wahren Wissen werden. Zugang zu dieser oder jener Information zu bekommen, ist heute keine schwierige Aufgabe, zum Wissen jedoch kann nur der Mensch gelangen und nicht von ungefähr, sondern ausschliesslich aus sich selbst, aus den Tiefen seiner Seele, der ewigen göttlichen Seele. Und hierfür braucht die Menschheit Menschen, die helfen können, die anderen auf diesen Weg zu führen und sie darauf zu begleiten, was in Letzteren die Möglichkeit eröffnet, zu ihrer göttlichen Seele zu erwachen und mehr und mehr mit ihrem göttlichen Ursprung Kontakt aufzunehmen, der im Laufe der Evolution verloren gegangen ist, und auf diesem Weg schliesslich Zugang zu wahrem Wissen zu bekommen.

Wissen kann also weder entgegengenommen noch weitergereicht werden, sondern nur in sich selbst gefunden werden. Daher sollten alle Bestrebungen des Menschen darauf abzielen, zu lernen, dieses Wissen in sich selbst zu entdecken bzw. zu erwecken.»





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